Studien
Als Farbberater und Designer arbeite ich systematisch nach einer ausgereiften Methodik, wie zwei Praxisbeispiele illustrieren.
Farbstudie Sitzungszimmer der Geschäftsleitung eines Spitalzentrums
Ausgangslage
Die Wände des Sitzungszimmers bestehen aus dunkelbraunem Sichtmauerwerk. Die Decke, die Tür, Tische und Sideboard sind aus etwas
hellerem braunem Holz. Das Mobiliar ist alt und nicht mehr zweck− und zeitgemäss. Der Raum strahlt eine drückende und ungemütliche
Atmosphäre aus. Die Nutzer empfinden die Raumanmutung als düster, schwer, unbehaglich und muffig. Daraus resultieren schnell
ermüdende Augen sowie Verspannungen im Schulter− und Nackenbereich.
Lösung
Die von den Nutzern gewünschte Raumanmutung sollte hell, einladend, freundlich, inspirierend und kreativ wirken. Das Farb− und
Materialkonzept sieht vor, die Wände mit einem hellen, leichtvergrauten Grün und die Decke in einem warmen Weiss zu versehen. Die
neun Meter lange Fensterfront wird mit drei unterschiedlich pastellfarbenen Flächenvorhängen bestückt. Für den Boden ist ein
rostroter gewebter Teppich und für die beiden Türen ein Blaugrau vorgesehen. Das neue Regal wird in einem matten Hellgrau ausgeführt.
Die Tischflächen sind in einem warmen Hellgrau und der Stoffüberzug der freischwingenden Stühle in einem Beigebraun gehalten.
Wirkung
Das helle Grün der Wände, das warme Weiss der Decke und die leicht farbigen Vorhänge lassen den Raum optisch weiter, heller und
freundlicher wirken. Das Rostbraun des Bodens wirkt edel und aufwertend. Das neue Farb− und Materialkonzept wirkt anregend und
verleiht dem Sitzungszimmer Lebendigkeit und Frische.

Vorher |
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Vorher |

Nachher |
| Bitte beachten Sie: Das Nachherbild stellt nur die Raumanmutung in Form einer Collage für diesen Raum dar. |
Studie Warte− und Abschiedsraum in einem Spital
Ausgangslage
Wände und Decken des Raums sind grau gestrichen, Böden, Rückwand und Türen sind in dunkelbraunem Holz
ausgeführt. Der Raum strahlt eine düstere, bedrückende Atmosphäre aus. Der Spitalpfarrer sagt: "Ich
habe Hemmungen, Menschen, die eine Verlustsituation erleben in diese Räume zu begleiten. Die Räume verstärken
bei den Hinterbliebenen traurige Gefühle, anstatt die Bestätigung, dass es so wie es ist, gut ist."
Lösung Für den Warteraum
Die frühlingshafte Waldszene an der Raumrückwand soll den Wartenden Wachstum, Aufbruch, Leben, Friede und einen Weg
zum Licht vermitteln. Die Wände sind mit einem zarten Hellgrün zu versehen. Die Decke ist in ein warmes Weiss getaucht,
um den Raum gegen oben zu öffnen und das künstliche Licht in den Raum zurück zu werfen.
Das ellipsenförmige Möbel dient zum Aufbewahren von diversen Utensilien. Als Sitzgelegenheit dienen
verschiedenfarbig gepolsterte Stühle passend zu einem runden Klubtisch in hellem Holz.
Lösung Für den Abschiedsraum
An der Rückwand zeigt sich eine sonnendurchflutete
Winterwaldszene. Das Bild erinnert an den natürlichen Kreislauf von Leben und Vergänglichkeit. Das intensive Sonnenlicht soll Mut zum Weiterleben spenden.
Ein helles warmes Gelb ist für die Wände vorgesehen. Deckenfarbe, Sitzgelegenheiten und Möbelturm werden analog zun Warteraum gestaltet.
Wirkung
Die neue Farb− und Materialgestaltung will Trost vermitteln. Sie wirkt zuversichtlich, hoffnungsvoll und zum Leben hingewandt. Ein lichtes, positiv gestimmtes und lebensbejahendes Ambiente hilft, aus der Trauersituation zurück ins Leben zu finden.

Vorher |

Nachher |

Vorher |

Nachher |
| Bitte beachten Sie: Die Nachherbilder stellen nur die Raumanmutungen in Form von Collagen für die beiden Räume dar. |
Material− & Farbstudie für ein Alters− und Pflegeheim, 2007
Um das Gestaltungskonzept optimal auf die Bedürfnisse der Nutzer abstimmen zu können, beschaffe ich Informationen durch Bewohnerbefragungen,
durch Gespräche mit der Heimleitung sowie durch solche mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Darüber hinaus sind Erkenntnisse über Behinderungen des
dritten Lebensabschnitts, über Massnahmen zur Sturzprävention sowie über neuropsychologische Aspekte der Gestaltung und dergleichen mehr zu berücksichtigen.
Das daraus resultierende Gestaltungskonzept enthält fundiert begründete Empfehlungen zur Farb− und Materialgestaltung. Aus dem umgesetzten Konzept
resultieren seh− und spürbare positive Veränderungen im Verhalten der Bewohnerinnen und Bewohner sowie des Personals. Daraus ergeben sich
nachhaltige Kosteneinsparungen für die Betreiber des Heims und auch für die Bewohner.
Erhebung der Bedürfnisse von 22 Bewohnerinnen und Bewohner
eines Alters− und Pflegeheims, 2007
In einer umfangreichen Befragung wurden die Bedürfnisse und Wünsche der Heimbewohner erhoben. Eine solche Erhebung stellt in Bezug auf die Farb− und
Materialkonzeption eine der wichtigsten Informationsquellen dar. Die Auswertungsresultate fliessen auch bei Um− und Neubauten sowie bei der Renovation von
Alters−, Pflege− und Krankenheimen mit ein.
Befragung mit Innenraumfotos, 2007
Im Zuge dieser Befragung habe ich Innenraumfotos von unterschiedlichen Alters− und Pflegeheimen, 33 Bewohnerinnen und Bewohnern in vier Heimen in der
Zentralschweiz vorgelegt. Die Befragung zeigt, welche Farben von den Bewohnerinnen und Pensionären bevorzugt und welche abgelehnt werden.
Materialvorschlag Korridor |
Entwurfsansicht Korridor
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Materialvorschlag Nasszelle Bewohnerzimmer |
Farbvorschläge Bewohnerzimmer |

Materialvorschlag Aufenthaltsbereich |
Farbvorschlag Aufenthaltsbereich |
Farbleitplan |
Farbvorschläge Böden |